Direkt zum Hauptbereich

Louise von Gall - Frauenleben

Louise von Gall - Frauenleben




Die zwei Bände "Frauenleben" (XII, 381 & 416 Seiten) von Louise von Gall erschienen posthum 1856, herausgegeben und bevorwortet von ihrem ebenfalls schriftstellernden Ehemann Levin Schücking.
Es handelt sich um eine Sammlung von Novellen, die die Autorin - sie hat das vierzigste Lebensjahr nicht erreicht - noch selbst vorbereitet hatte und in der sie in 12 Erzählungen verschiedene weibliche Charaktere in unterschiedlichen Situationen agieren lässt - dies recht farbig, anschaulich und abwechslungsreich: verglichen z.B. mit dem reichlich sylphidischen Erzählton ihrer Zeitgenossin Ida Gräfin Hahn-Hahn ist der von Louise von Gall erfreulich geerdet.
"Louise von Gall zeigt Ursprünglichkeit, tiefe Auffassung, kräftige Ausführung und reines Gepräge des Ausdrucks, wobei freilich Erfindung und compositive Anordnung Manches zu wünschen übrig lassen. Auch in der Stellung der Charaktere vermißt man noch oft das rechte Verhältniß." So beurtheilte der Literarhistoriker Joseph Hillebrand 1846 den ersten Novellenband der Schriftstellerin von 1845. Dieses von Schücking in seinem Vorwort zitierte Urteil trifft auch auf die Sammlung von 1856 noch zu.

Das Porträt auf dem Cover zeigt nicht die Dichterin - die hier verfügbaren Bilder sind leider zu klein und qualitativ nicht hinreichend. Vielmehr handelt es sich um ein biedermeierliches Ölgemälde aus der Zeit um 1850 von einem anonymen Künstler. Der natürliche, unaufgebrezelte "Sound" dieses Frauenantlitzes schien mir gut zu dem Anliegen von Louise von Gall zu passen.
(brucewelch)

Erschienen bei ngiyaw eBooks - Zurück zum Autor

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Hermann Stehr - Leonore Griebel

Hermann Stehr - Leonore Griebel

Hermann Stehr verkörpert mit seinem beachtenswerten Frühwerk (1898-1905) eine besondere Spielart des Impressionismus, die den »Naturalismus des Innenlebens« stofflich mit Themen der Heimatkunstbewegung verknüpft. Dies bleibt auch Grundlage der Werke seiner neuromantischen (ab 1909) und »völkischen« (ab 1926) Phase, die nichts mit der »Blut-und-Boden«-Literatur zu tun haben, weshalb der Autor auch vom dogmatischen Nationalsozialismus abgelehnt wird, während der offizielle NS-Staat ihn gleichzeitig als repräsentativen Dichter feiert.

Mit seinem ersten Roman "Leonore Griebel" ist Stehr zweifellos am weitesten in die Moderne vorgestoßen; Alfred Kerr nannte ihn in seiner "Totentanz"-Rezension (1912) "ein dunkles Werk schlesischer Meisterschaft". Hier ist mit äußerster Konsequenz Stehrs mystischer Kosmos derart belebt, dass Dalis malerischer Surrealismus auf literarischer Ebene vorweggenommen scheint. Auch im Stoff trifft das Werk …

H. G. Wells - Der Luftkrieg

Herbert George Wells - Der Luftkrieg


The War In The Air, Der Luftkrieg, ist ein militärischer Science-Fiction-Roman von H. G. Wells, den er in nur vier Monaten, im Jahre 1907, geschrieben hatte und im Jahre 1908 im Pall Mall Magazine als Fortsetzungs-Roman erschienen war. Der Luftkrieg steht, wie viele Werke von Wells, für seine prophetischen Ideen: hier die Verwendung des Flugzeugs zum Zwecke der Kriegsführung und des Nahens des Ersten Weltkrieges. Der Held des Romans ist Bert Smallways, ein "zukunftsorientierter junger Mann". (Verwendete Quelle: The War In The Air)

Erschienen bei ngiyaw eBooks - Zurück zum Autor

Friedrich Schiller - Der Venuswagen

Friedrich Schiller - Der Venuswagen



Wenn wir Schillers Werke nach dem Gedicht »Der Venuswagen« durchblättern, werden wir es kaum finden. Schillers erste Verse sind stets verfemt gewesen. Der Dichter hat sie selbst unterdrückt Dennoch - sie sind gerade für den Anfang des großen künstlerischen Schaffens überaus charakteristisch; ihr Wert ist nicht allein im literarischen Kuriosum zu suchen.
Als Schiller im Dezember 1780 aus der Stuttgarter Militärakademie entlassen wurde, nahm er bei der Witwe eines Hauptmanns, bei Frau Luise Vischer, Wohnung, die wir als die berühmte »Laura« anzunehmen haben. Zu derselben Zeit, als der Verfasser der »Räuber« 1781 seine »Phantasie an Laura« schrieb, muß auch der »Venuswagen« entstanden sein. Beide Gedichte ähneln sich im Pathos und. in der Strophentechnik ungemein. Um einzelne Zeilen kräftiger zu gestalten, verkürzt sie der Dichter, der sonst so sehr auf die geschliffene Form bedacht ist, um zwei Silben. Die Sprache bedient sich noch, berauscht in ihrer s…