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Gustav Freytag - Soll und Haben

Gustav Freytag - Soll und Haben





Zu Gustav Freytags Roman "Soll und Haben" (1855) schreibt Eda Sagarra
in Killy’s Literaturlexikon:

"In der Tradition des Entwicklungsromans verfolgt Freytag hier die kontrastierenden (und an markanten Schnittstellen zusammengeführten) Lebensbahnen des rechtschaffenen und fleißigen Kleinbürgersohns Anton Wohlfart, dessen Arbeitsethos mit beruflichem Erfolg und sozialem Ansehen belohnt wird, und des von unlauterem Ehrgeiz schließlich in den Untergang getriebenen Juden Veitel Itzig. 
Ziel des Romans war, mit einem als Motto gebrauchten Zitat Julian Schmidts, »das deutsche Volk [...] in seiner Tüchtigkeit [...], nämlich bei seiner Arbeit« zu schildern. In seiner Verherrlichung des aufstrebenden Bürgertums wurde der Roman richtungweisend für 
die Zukunft des Standes, der die Adelsherrschaft ablösen sollte. Die Stereotypisierung der Juden Figuren hat diesem »meistgelesenen Roman des 19. Jahrhunderts« (Franz Mehring) einen nachhaltigen, unrühmlichen Einfluß auf die Prägung antisemitischer Vorurteile im Lesepublikum gesichert. Die dieser Erzählgattung zugesprochene propagandistische Aufgabe der Bildung einer liberal-bürgerlichen Identität wurde in der Folgezeit zum Leitbild vieler deutscher Schriftsteller."


(brucewelch)


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