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Nataly von Eschstruth - Wolfsburg

Nataly von Eschstruth - Wolfsburg





"Wolfsburg" ist eine 'historische' Erzählung von Nataly von Eschstruth aus dem Jahre 1885 (266 Seiten). Der Text spielt im Hochmittelalter und ist Scheffel gewidmet, dem Verfasser des "Ekkehard" (1855), den die Eschstruth als Freund und Meister betrachtete - ihm versucht sie hier nachzueifern. Das Ergebnis ist heute (abgesehen von dem Titel "Wolfsburg"!) insofern interessant, als die Verfasserin, deren eigentliches Arbeitsgebiet ja der zeitgenössische Hof- und Adelsroman ist, sich hier bemüht, dessen Verfahrensweisen auf den historischen Roman zu übertragen. Dabei kommt es zu einer - historisch eher unerklärlichen - Häufung diminutiver Floskeln ("Klein Sowieso …") und Partikel ("…lein"), die den narrativen Ton ins allzu Märchenhafte verfärbt. Zu viele Handlungsfäden und Motive bleiben im Verlauf zudem auf der Strecke. - Die politische Botschaft ist jedoch hier dieselbe wie bei den Werken ihres eigentlichen Metiers: "Aristokratie und Monarchie sind gottgegebene Notwendigkeiten; deshalb muss es dienende Klassen geben. Jeder Versuch, dies zu ändern, versündigt sich gegen die göttliche Weltordnung und erhält die entsprechende Strafe."
So geschieht es am Ende dieses Textes, mit dem die Autorin gleichwohl wiederum LeserIn auf ihre Weise zu vergnügen weiß



(brucewelch)


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